Bündelvergabe beschleunigt Netzausbau: SPIE realisiert fünf Umspannwerke für TenneT in Schleswig-Holstein

Hamburg, 19. März 2026 – SPIE setzt für den Übertragungsnetzbetreiber TenneT Germany erstmals fünf Umspannwerke in einer gebündelten Vergabe um. Mit diesem strukturellen Ansatz sichern beide Partner gezielt die Realisierungskapazitäten für zentrale Netzknotenpunkte der Energiewende. Die Rahmenvertragslaufzeit beträgt rund acht Jahre. Die Umsetzung beginnt im Sommer 2026, die gestaffelten Inbetriebnahmen erfolgen bis Ende 2033.

Im Südwesten Schleswig-Holsteins entstehen die fünf neuen 380-/110-kV-Umspannwerke in Büttel Süd, Stegau (Mehlbek), Hochwöhrden, Kreis Steinburg und Albersdorf. Die Neubauten verfügen je nach Standort über mehrere Dutzend Schaltfelder und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien und zur Stabilisierung des Übertragungsnetzes. 

Die Umsetzung erfolgt in einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE), zu der die Unternehmen SPIE, Matthäi und Wiesensee gehören. SPIE übernimmt innerhalb der ARGE die technische Geschäftsführung im Generalunternehmeransatz. Die Leistungen umfassen Hoch- und Tiefbau, Stahlbau inklusive Ausführungsplanung für Primärtechnik, elektrotechnische Primärplanung, Montageleistungen auf 380- und 110-kV-Ebene sowie Unterstützung bei Inbetriebnahme und Übergabe. 

Bündelvergabe sichert Umsetzungskapazität
Die gebündelte Vergabe ermöglicht eine integrierte Steuerung aller Gewerke und adressiert einen zentralen Engpass im Netzausbau: die verfügbare Umsetzungskapazität. Mit diesem strukturierten Ansatz reduziert TenneT Schnittstellen, sichert langfristig Ressourcen und schafft die Grundlage, komplexe Netzknoten effizient und termingerecht umzusetzen. Gleichzeitig werden Anforderungen an CO₂-Reduktion entlang von Lieferketten berücksichtigt, sodass Effizienz und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. 

Nachhaltigkeitskonzept als eigenständiges Bewertungskriterium
Erstmals war bei der Ausschreibung von TenneT im Bereich Umspannwerke ein eigenständiger Nachhaltigkeitsbaustein Bestandteil der Bewertung. Maßnahmen zur systematischen Reduktion von CO₂-Emissionen flossen direkt in die Gesamtbewertung ein. „SPIE entwickelte hierfür in Abstimmung mit TenneT ein projektspezifisches Nachhaltigkeitskonzept mit quantifizierbaren Maßnahmen zur CO₂-Reduktion entlang von Materialeinsatz, Logistik, Baustellenprozessen und Projektabwicklung“, erklärt Patrick Wiesmüller, Niederlassungsleiter Substations Nord Ost bei SPIE Germany Switzerland Austria. Wiebke Jacobsen, Sustainability Managerin bei SPIE, ergänzt: „Die Anforderungen an Transparenz und Nachweisbarkeit steigen deutlich. Mit diesem Ansatz machen wir gemeinsam mit TenneT CO₂-Wirkungen im Projekt quantifizierbar und schaffen so eine belastbare Grundlage für Entscheidungen. Nachhaltigkeit wird damit messbar und steuerbar.“ 

Aufbau von Kapazitäten im NordenZur Umsetzung des Programms baut SPIE zusätzliche Kapazitäten in Schleswig-Holstein und Hamburg auf. Die langfristige Projektstruktur ermöglicht eine vorausschauende Personal- und Ressourcenplanung sowie den gezielten Ausbau regionaler Teams. „Der Netzausbau stellt alle Beteiligten vor enorme Herausforderungen – vor allem bei der Umsetzung. Mit gebündelten Projekten, klarer Verantwortungsstruktur und langfristiger Planung schaffen wir die Voraussetzungen, um komplexe Netzinfrastrukturprojekte zuverlässig zu realisieren“, betont Burkhard Sager, Leiter des Geschäftsbereichs High Voltage von SPIE Germany Switzerland Austria. 

Die Bündelvergabe stärkt die strategische Partnerschaft von SPIE und TenneT, demonstriert SPIEs Kompetenz als Umsetzungspartner für komplexe Netzinfrastrukturprojekte und zeigt, wie dieser strukturierte Ansatz den Netzausbau und die Energiewende beschleunigt.