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14.12.2018

Gläserne Zukunft

Nutzer suchen zunehmend das Gespräch mit Sprachassistenten wie Alexa, Cortana und Siri und streamen Ultra-HD-Filme bei Netflix. Die Wirtschaft ist auf leistungsfähige Netze angewiesen, um immer größere Datenmengen schnell und zuverlässig auszutauschen – eine wichtige Voraussetzung für die umfassendere Vernetzung von Menschen, Maschinen und Prozessen. Doch in Deutschland wurde lange zu wenig in die Netzinfrastruktur investiert. Das ändert sich jetzt.

Glas trumpft Kupfer
Glasfaser ist die einzige Technologie, die Übertragungsgeschwindigkeiten von 1.000 Mbit die Sekunde erreicht. Damit ist sie zukunftsweisend. Nach aktuellen Daten der OECD machte der Anteil an Glasfaseranschlüssen an allen stationären Breitbandanschlüssen in Korea und Japan 2017 schon 76,8 und 76,7 % aus – Deutschland hingegen belegte mit 2,3 % einen der hinteren Plätze im OECD-Ranking. Die Bundesregierung plant, den Rückstand aufzuholen und alle Gewerbegebiete und Haushalte bis 2025 mit 1.000 Mbit pro Sekunde an das Internet anzubinden. Ein ambitioniertes Vorhaben, zumal die Bundesregierung zuletzt das Ziel verfehlte, jedem Surfer bis 2018 einen Breitbandzugang mit 50 Mbit pro Sekunde zu ermöglichen.

Höhere Fördergelder und ein entbürokratisiertes Antragsverfahren sollen helfen, den Netzausbau voranzutreiben. In der Vergangenheit schreckten Kommunen und kleinere Stadtwerke davor zurück, einen Förderantrag für Glasfasernetze zu stellen. Das Verfahren ist sehr komplex und bei Verfahrensfehlern mussten Förderungen zurückgezahlt werden“, erklärt Fabian Fretschner von bei SPIE Deutschland & Zentraleuropa. Von den im Jahr 2015 zur Verfügung gestellten 3,5 Milliarden Euro für Glasfaser-Projekte wurden bis Ende Mai 2018 erst 0,9 % – rund 27 Millionen Euro – abgerufen. 

Investitionen lohnen sich
In Ländern wie Estland, Norwegen und Schweden sind die Kommunen und Stadtwerke dagegen die Treiber des Glasfaserausbaus. In Schweden beispielsweise verlegen Kommunen Glasfaserleitungen und vermieten sie an private Telekommunikationsunternehmen. Insgesamt 56,4 % der schwedischen Haushalte sind via Glasfaser angebunden, auf dem Land liegt der Anteil bei 13,7 % – deutlich mehr als in Deutschland. 

In Deutschland sind Breitbandanschlüsse, die eine Übertragungsrate von mindestens 50 Mbit pro Sekunde gewährleisten, vor allem in Großstädten und Ballungsgebieten verbreitet. Das liegt hauptsächlich an den Kosten: „Für  Telekommunikationsunternehmen rentiert es sich häufig nicht, kleine Gemeinden an das Netz anzubinden“, erläutert Fretschner. „Es müssen besonders Anreize für den Ausbau auf dem Land geschaffen werden.“ Denn hier kann nicht mal jeder zweite Haushalt mit 50 Mbit pro Sekunde surfen. 

Nach Schätzungen der Bundesregierung wird der Glasfaserausbau bundesweit 80 Milliarden Euro kosten. Deshalb setzen Telekommunikationsanbieter oft noch auf bereits verlegte Kupferkabel, die in Deutschland dank der guten Festnetzabdeckung weit verbreitet sind. Vectoring ermöglicht über diese Kabel Übertragungsgeschwindigkeiten von 100 Mbit pro Sekunde, ohne dass ein neues Kabel verlegt werden muss – doch Fretschner sagt: „Diese Geschwindigkeit reicht in zehn Jahren nicht mehr, um die exponentiell steigenden Datenmengen stemmen zu können.“

Die letzte Meile in die Gigabit-Gesellschaft
Über kurz oder lang führt kein Weg am Glasfaserausbau vorbei. Eine Herausforderung ist dabei die sogenannte letzte Meile, der Glasfaserausbau bis in den Hauskeller (Fiber to the Building, FTTB) beziehungsweise in die Wohnung (Fiber to the Home, FTTH). Hier liegen oftmals noch mehr als 80 Jahre alte Telefonkabel. 

Bei SPIE kümmern sich drei Geschäftsbereiche um den Breitbandausbau: ICS, BT&A und CN&G. Mit dieser breiten Expertise deckt SPIE den kompletten Prozess von der Netzplanung bis zur Errichtung und Kabelverlegung ab. Das gilt sowohl für Kupfer- als auch für Glasfaserprojekte, wobei die Aufträge für den Glasfaserausbau inzwischen überwiegen. „Wir arbeiten daran, den kompletten Ausbau aus einer Hand anzubieten. Damit heben wir uns von anderen Anbietern ab“, sagt Fretschner. „Als ONE SPIE können wir in all unseren europäischen Niederlassungen ein umfassender Lösungsanbieter werden.“

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