06.05.2021

AM Suite - Das cloud­fähige Asset-Management­system

Im Expertengespräch mit Michael Lefèvre und Stefanie Mollemeier

Das Interview „Medienbrüche beim Anwender sind Schnee von gestern“ ist im Fachmagazin BWK Ausgabe 3-4 2021 erschienen.

Bei Netzbetreibern liegt ein Schlüssel zum Unternehmenserfolg im Asset-Management und in Netzserviceprozessen. Stefanie Mollemeier, Geschäftsführerin beim IT-Unternehmen Mettenmeier und Michael Lefèvre, Leiter der Geschäftseinheit CeGIT (Center for Grid Information Technology) im Geschäftsbereich CityNetworks & Grids bei SPIE Deutschland & Zentraleuropa berichten, wie ihre gemeinschaftlich entwickelte „AM Suite“ die Geschäftsprozesse rund um die Instandhaltung und das Störungsmanagement nachhaltig unterstützt.

Was erwartet die Anwender, die sich für die AM Suite zum Management Ihrer Instandhaltung und zur Steuerung des Störungsmanagements entscheiden?

Stefanie Mollemeier: Um es auf den Punkt zu bringen: Die AM Suite ist eine moderne Plattform, die sowohl als Cloudlösung als auch „on premise“ läuft. Sie unterstützt den Kunden in den Bereichen Instandhaltung und Störungsmanagement und sorgt für eine hohe Investitionssicherheit. Wir freuen uns, dass wir durch die Partnerschaft mit SPIE die langjährige Erfahrung im Bereich Asset Management von beiden Partnern zusammenbringen konnten und damit jetzt sowohl fachlich und als auch technisch eine vollständig neue Lösung präsentieren können. Und zwar als Browseranwendung mit serviceorientierter Architektur und mit einem sehr flexiblen Datenmodell. Kundenindividuelle Anpassungen können wir nun deutlich einfacher umsetzen, ohne dabei immer wieder die Entwicklungsabteilung bemühen zu müssen.  Standards bringen wir aber auch mit. So unterstützen wir etwa die Erfassung und Berichterstellung von Störungen entsprechend der Normen des DVGW oder der Bundesnetzagentur (BNetzA).

Michael Lefèvre: Besonderen Wert haben wir auf die einfache Bedienbarkeit sowie eine hohe Integrationsfähigkeit in bestehende System- und Prozesslandschaften unserer Kunden gelegt. Wir wollen nicht alles neu erfinden, sondern intelligent kombinieren. Dabei erlaubt unser Dashboard durch eine flexibel gestaltbare Fenster-Interaktion bereits auf der Benutzeroberfläche ein Zusammenspiel der Systeme ohne tiefgreifende Systemintegration. Wir kennen doch alle das Problem verteilter Daten – etwa Daten im GIS-System, weitere im Abrechnungssystem und zusätzliche Details in Access-Datenbanken. Hier gilt es, ein System bereitzustellen, das integrieren, aber auch eigene Daten halten kann. Diese Kombination ist die Stärke der AM Suite.

Wie setzten Unternehmen zum Teil noch heute Instandhaltungs- und Störungsmanagement um?

Stefanie Mollemeier: Zahlreiche Unternehmen sind heute noch häufig mit MS Excel und Papier unterwegs und übertragen ihre Daten zum Teil noch manuell.

Gibt es besondere Szenarien, in denen Ihre Lösung ihre Stärken besonders ausspielen kann?

Michael Lefèvre: Ja, und zwar dann, wenn wir über unsere integrierte Workflow-Engine besondere Kundenwünsche umsetzen. Kundenspezifische Anforderungen an Prozessabläufe können damit im Wesentlichen ohne weitere Entwicklungen lediglich über das Customizing des Workflows vorgenommen werden. Dass wir dabei ohne Programmierungen auskommen, sorgt für ein deutliches Plus hinsichtlich der Stabilität und Pflegebarkeit der AM Suite. Die Kommunikation zu Drittsystemen, etwa GIS-Lösungen, erfolgt dabei über Widgets. Aufgrund der Cloudfähigkeit der AM Suite kann der Kunde zudem Subunternehmer in das System einbinden und durch die Dashboard-Darstellung Prozessabläufe übersichtlich visualisieren.

Die Lösung verfügt also über eine integrierte Workflow-Engine. Können Sie diese bitte kurz beschreiben?

Stefanie Mollemeier: Gerne. Zwar sind die Standard-Workflows für einzelne Prozesse bei der Auslieferung hinterlegt, sie lassen sich aber individuell anpassen. So leitet etwa beim Störungsmanagement das Modul „AM Outage“ den Anwender von der Störungsmeldung über die Störungsabwicklung bis hin zur Analyse. Es umfasst den Standardprozess mit dynamischer Maskensteuerung, Benachrichtigungen und Überwachung von Einsatzzeiten. Möchte ein Netzbetreiber in dem Standard-Prozess beispielsweise eine SMS-Information über eine gemeldete Störung an den Netz-Leiter versenden, ist das ganz einfach und kann über Customizing und während des Betriebs der Anwendung eingebaut werden - ohne Softwareupdate und Stillstandszeiten.

In unserem Modul „AM Maintenance“, der Instandhaltungslösung, ist der Prozess über die Workflow-Engine selbstverständlich anders ausgeprägt.  Hier beginnt der Prozess bei der Übernahme der Betriebsmitteldaten, geht über in die Definition und Planung der Wartungsmaßnahmen und bis hin zur Erstellung von Tätigkeiten und der Ausgabe eines Instandhaltungsplans. Auch hier arbeiten wir mit Standardworkflows, die sich flexibel anpassen lassen. Außerhalb dieser vorhandenen Fachmodule lassen sich auch beliebige andere Workflows modellieren und umsetzen. Zum Beispiel haben wir unsere Vermessungsapp „NAVA“ angebunden. Die dient der Einmessung von Hausanschlüssen mit dem Handy per Augmented Reality für einen digitalen Prozess bis ins GIS.

Wie können die Anwender von Ihrer Lösung profitieren?

Michael Lefèvre: Sie profitieren unter anderem von der großen Benutzerfreundlichkeit: Eine Oberfläche für alle Aktivitäten und alle Sparten von Gas, Wasser, Strom, Fernwärme über Abwasser bis zur Telekommunikation. Die Anwender haben die Möglichkeit der benutzerspezifischen Einrichtung ihres "Arbeitsplatzes" durch die individuelle Kombination, Interaktion und Skalierung der verfügbaren Widgets. Darüber hinaus erlaubt die Applikation einen hohen Grad der Automatisierung, der auch iterativ erarbeitet und verbessert werden kann. Unsere Anwendung kann als Drehscheibe für viele Systeme genutzt werden. Die Datenhoheit verbleibt im Drittsystem, die Daten selbst werden aber durch AM Suite sichtbar und übergreifend nutzbar. Damit sind die Medienbrüche beim Anwender Schnee von gestern. 

 

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Viele Kunden haben die Ablösung ihrer
bisherigen monolithischen Systeme im Fokus.

 

Welche Ziele verfolgen Ihre Kunden mit dem Einsatz von der AM Suite?

Stefanie Mollemeier: Viele Kunden haben die Ablösung ihrer bisherigen monolithischen Systeme im Fokus. Mit der AM Suite sollen unterschiedliche Systeme flexibel miteinander kombiniert werden. Das ist ja auch eine wesentliche Stärke der Anwendung. Außerdem setzen mehr und mehr Unternehmen auf Cloud-Lösungen, um ressourcenschonend zu agieren und keine eigene Systemumgebung und eigenes Know-how aufbauen zu müssen. Dabei steht die reine Nutzung der Software im Vordergrund, da die eigene IT-Abteilung schon mit vielen anderen Aufgaben betraut ist. Mit unserer auf Microservices basierenden Architektur bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, sukzessive eine zukunftsorientierte Systemplattform aufzubauen. Die ist skalierbar und kann bedarfsgerecht angepasst werden.

Für welche Unternehmen ist Ihre Lösung geeignet?

Michael Lefèvre: Die AM Suite hat aufgrund ihrer Flexibilität und des Plattformcharakters wenig Restriktionen hinsichtlich Unternehmensgröße und Branche. Allerdings konzentrieren wir uns vor allem auf kleine und mittlere Versorger und Netzbetreiber, die der Digitalisierung einen Schub geben wollen. Hier haben wir ein passendes Startpaket vorkonfiguriert.

Was bietet Ihr Startpaket?

Stefanie Mollemeier: Bei diesem speziell für kleinere und mittlere Versorger konzipierten Angebot haben wir Standard-Masken und -Workflows vordefiniert, sodass die Anwender unsere Lösung sehr schnell produktiv nutzen können. Die Nutzer haben zu jeder Zeit die Möglichkeit, Anpassungen am System vorzunehmen. Damit unterstützen wir den agilen Ansatz, den viele Unternehmen heute bevorzugen. Unser Startpaket bietet bereits in der Grundausprägung eine Abbildung der erforderlichen Kernprozesse, die auf den Erfahrungen der in den zurückliegenden Jahren durchgeführten Projekten mit den Vorgängerprodukten der AM Suite basieren. Wir bieten unseren Kunden quasi einen vorkonfigurierten Best-Practice-Ansatz, der auch die Anforderungen und Regelwerke der Verbände abdeckt. Vordefinierte Masken gibt es ebenfalls für alle gängigen Betriebsmittel. Abgerundet wird das Paket durch Checklisten für alle üblichen Betriebsmittel für die Sparten Gas, Wasser Strom, Abwasser, Telekommunikation, Fernwärme und Sicherheitspläne.

 

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Die Microservice-Technologie ermöglicht

uns größtmögliche Flexibilität.

 

Beschreiben Sie kurz die Implementierung Ihrer Lösung in die IT-Landschaft Ihrer Kunden?

Michael Lefèvre: Die Microservice-Technologie ermöglicht uns größtmögliche Flexibilität. Die Integration von Drittsystemen kann, abhängig davon, welche Schnittstellen das andere System bietet, auf verschiedene Arten erfolgen.

Die einfachste Variante ist das Einbinden von externen Webseiten, je nach Zielsystem auch mit einer Interaktion über Widgets. Via „Rest“-Schnittstellen lassen sich ebenfalls Systeme koppeln. Dazu stellt die AM Suite Standardschnittstellen für beliebige Objekte bereit. Schlussendlich bieten wir auch Service Tasks, mit denen sich proprietäre Schnittstellen im Rahmen der Workflow-Integration ansprechen lassen, sodass eine breite Integration in die IT-Landschaft des Kunden möglich ist. 

Gibt es bereits Pläne, in welche Richtung Sie die AM Suite weiter entwickeln wollen?

Stefanie Mollemeier: Durch die „Prime Core“-Technologie, die unter dem System als Basis verbaut ist, haben wir zukünftig sehr viele Möglichkeiten, einfach und schlank auch kundenindividuelle Lösungen aufzubauen. Hier entsteht neben den Standardprodukten ein großer Mehrwert für die Kunden. Zudem steht für dieses Jahr ein Workforcemodul auf der Roadmap, über das wir die Mitarbeiterauslastung und das Qualifikationsmanagement steuern können. Außerdem können unsere Kunden das Modul „AM Assessment“ zur zuverlässigkeitsorientierten Instandhaltungsplanung und Anlagenbewertung nutzen und mit „AM Project“ künftig Netzbauprojekte vollständig planen, kalkulieren, durchführen und abrechnen.

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